2018-06-24
London
Vinyl über alles
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Ich würde mich schon wundern, wenn ich eigentlich Musik von Chopin kaufen wollte und statt dessen mit einem Album von Aretha Franklin nach Hause gehe. Genau das bewirkt Frank, Held der Geschichte „The Music Shop“ („Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie“) von Rachel Joyce.

Frank hat weder eine musikalische Ausbildung, noch spielt er ein Instrument. Doch er versteht etwas von Musik, oder genauer gesagt, welchen Song oder welche Sinfonie ein Mensch in einer bestimmten Lebenslage braucht. Auch der „Mann, der nur Chopin hört“ ist überrascht, dass „Oh No Not My Baby“ von Aretha Franklin ihn über den Betrug seiner Frischvermählten hinweghilft. 

So führt Frank ein geregeltes Leben in seinem Plattenladen, weigert sich strikt CDs in sein Sortiment zu nehmen ... bis eines Tages eine Frau im grünen Mantel das Geschäft betritt – eine in jeder Hinsicht ungewöhnliche Erscheinung, die Frank völlig den Kopf verdreht. Sie fällt in Ohnmacht, verschwindet ganz plötzlich und lässt bei ihrem zweiten Besuch ihre Handtasche da.

Was Frank besonders verwirrt, sind nicht nur seine romantischen Gefühle für sie, sondern dass sie keine Musik mag. Dennoch fragt sie ihn über Stücke wie die „Vier Jahreszeiten“ aus, statt sich das Stück anzuhören, und bittet ihn sogar um Musikunterricht.

Es dauert noch eine Weile, bis ihr Geheimnis gelüftet wird, aber auch danach kann man das Buch nur schwer aus der Hand legen. Zu sehr sind einem die Figuren ans Herz gewachsen, die die Autorin so liebevoll und mit feinem sensiblem Gespür zeichnet wie Frank seine Kunden berät. Außerdem nimmt die Geschichte ständig eine neue Wendung – bis zum finalen Paukenschlag, der nicht nur Musikliebhaber mitreißen wird.

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