Archiv 2014-02

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Selbstgemachte Glücksbringer

Zu Ehren meiner Großmutter, die heute 94 Jahre alt geworden ist, möchte ich Euch heute ein paar Kreationen von ihr vorstellen. Es handelt sich um sogenannte Kimekomi-Puppen, die sie mir nach japanischem Brauch als Glücksbringer geschenkt hat. Bei dieser Bekleidungstechnik aus dem 18. Jahrhundert werden aus Weidenholz geschnitzte und später aus Holzmasse geformte Figuren mit kostbarer Seide und Goldbrokat beklebt und gepresst.
Inspiriert wurde meine Oma von ihrer älteren Schwester, einer Meisterin der japanischen Puppenmacherkunst. Ihre individuell modellierten klassischen Puppen in selbst genähten Gewändern wurden von vielen hochrangigen Auftraggebern geschätzt. Ich hätte gern einmal eine Ausstellung von ihr besucht.
Ihre Leidenschaft für edle Stoffe und die Nähkunst hat auch auf meine Mutter abgefärbt. Erst kürzlich haben wir neue Sitzbezüge von ihr nähen lassen und damit unsere Essstühle aufgepeppt. Sie sind nun ein schöner Blickfang in unserem Wohnzimmer. 
Heute sende ich herzliche Geburtstagswünsche nach Chigasaki und wünsche meiner Oma ein langes gesundes Leben!
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Partner oder Gegenspieler?

Ich gebe zu: Die ausgesprochen attraktive Hauptfigur war nicht ganz unbeteiligt, als die TV-Serie „White Collar“ meine Neugier weckte. Matt Bomer spielt den Kunstfälscher und Betrüger Neal Caffrey, der aus einem Hochsicherheitsgefängnis ausbricht, vom FBI-Agenten Peter Burke jedoch schnell gefasst wird. Die beiden gehen einen Deal ein: Neil unterstützt mit seinem Insiderwissen das FBI bei der Jagd auf Kunstdiebe und Trickbetrüger, vorausgesetzt er trägt eine elektronische Fußfessel.
Die Serie lebt vor allem von den sympathischen Darstellern und der nicht ganz durchschaubaren Beziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren, die sich von Staffel zu Staffel weiterentwickelt. Mal überwiegt das Misstrauen, dann wieder hegen sie fast freundschaftliche Gefühle. Auch die schönen Locations wie Neils Appartment in der Riverside und die umliegenden Museen bereichern die Serie.
Neben den einzelnen FBI-Fällen zieht sich Neals Vergangenheit, der dubiose Tod seiner Freundin und eine mysteriöse Spieldose, wie ein roter Faden durch die Serie. Dieses Konzept erinnert an die Produktion „Burn Notice“, über die ich schon mal berichtet habe. Es gibt übrigens ein interessantes Special, in dem die Autoren beider Serien gegeneinander antreten und wetteifern, welches Drehbuch besser gelungen ist.
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Extravagante Übernachtung

Sicher habt Ihr schon bemerkt, dass ich ein Faible für ausgefallene Designhotels habe. Wenn die Ausstattung auch noch von einem berühmten Modedesigner stammt, hat das einen ganz besonderen Reiz – wie ich im Hotel "Bellechasse" in Paris erleben durfte. 
Der berühmte Couturier Christian Lacroix hat sich im kompletten Hoteldekor verewigt. Goldbestickte, mit Kordeln verzierte Stoffe und große Wandgemälde mit Schmetterlings- und Harlekinmotiven zieren die 34 kleinen aber feinen Zimmer. Seine Vorliebe für farbenfrohes Design und Extravaganz ist auch an der Rezeption, im Treppenaufgang und Restaurant zu erkennen.
„Kleider müssen Kostüme sein“, hat Lacroix einmal gesagt. Geprägt durch seine Heimat in Südfrankreich lässt er viele folkloristische Elemente einfließen. 
Da ich eher minimalistisches Design gewohnt bin, war es ein besonderes und kontrastreiches Erlebnis, in die üppige und fantasievolle Welt von Lacroix einzutauchen – das ideale Ambiente, um sich auf einen Besuch im Musée d‘Orsay oder einen Bummel durch das Künstlerviertel Saint-Germain des Prés einzustimmen. Beides liegt nur wenige Gehminuten entfernt.
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Die dichtende Kurtisane

Es ist wieder soweit: Heute startet der Karneval in Venedig und auf allen bekannten Plätzen, in den Höfen der Palazzi, in den Gassen und auf den Kanälen wird gefeiert, gesungen und getanzt.
Einen tollen Einblick in die Blütezeit der Serenissima und in das Leben einer dichtenden Kurtisane bekommt Ihr in der Roman-Trilogie „Veronica Franco“ von Barbara Ludwig. Barbara und ich lernten uns in einer Autorinnengruppe kennen und haben schon einige gemeinsame Lesungen veranstaltet. Sie leitet den Verein für kreatives Schreiben Pegasus in München.
Ich habe gerade den ersten Teil gelesen und Veronicas Schicksal mit Spannung verfolgt: ihre unglückliche Ehe, ihre große Liebe zu einem Kaufmann, der von einer Reise nicht mehr zurückkehrt, und ihr Aufstieg zu einer ehrenwerten Kurtisane. Vor allem die lebendige Beschreibung Venedigs macht Lust, die Schauplätze selbst zu erkunden. Letzten Mittwoch besuchte ich ihre Lesung, die für mich besonders interessant war, da sie die einzelnen Orte in einer Diashow erläuterte. Ich fragte Barbara, wie sie auf die Romanidee kam.
Was hat dich dazu bewegt, über die Kurtisane Veronica Franco zu schreiben?
Frauenschicksale und Geschichte haben mich schon immer fasziniert. Historische Romane – je länger desto besser – zählten zu meiner Lieblingslektüre über viele Jahre. Meine romantische Seele litt mit den Heldinnen, bewunderte ihren Mut, bestand mit ihnen Abenteuer. Die Bücher waren eine Anregung, mich mit der Fragen jener Zeit auseinanderzusetzen, Museen zu besuchen etc. 
Auch Fernsehsendungen, die sich mit Geschichte befassen, fesseln mich so manchen Abend. Eine Sendung über den osmanischen Hof, seinen Herrscher Süleiman, den Prächtigen brachte den entscheidenden Hinweis. Obwohl der Pascha sich jede Nacht eine aus Hunderten von Frauen auswählen konnte und sollte, bevorzugte er bald eine. Sie schrieben sich Gedichte, er schätzte ihren Rat. Im Zusammenhang wurde Veronica Franco erwähnt. So fing ich an, zu recherchieren. Venedig gehört seit meiner Jugendzeit zu meinen Städtefavoriten.
Was hat dich an der Figur besonders fasziniert?
Bei meinen ersten Recherchen fiel mir folgendes Statement von Hartmut Köhler aus dem Buch: „Frauen der italienischen Renaissance“ in die Hand:
 „Veronica Franco ist eine Kurtisane, die schreibt und sie ist eine Kurtisane, die liebt. Liebe als Profession und Liebe als Empfindung lassen sich bei ihr nicht trennen, ebenso wenig Schreiben als Übung und Schreiben als Gefühlsausdruck. Wer das nicht akzeptieren kann, wird wohl nichts von ihr verstehen.“ 
Trotz ihrer Promiskuität räumt Veronica der Liebe in ihrem Leben Raum ein, mit allem was dazu gehört. Sie beweist Mut, hat Herz und Verantwortungsgefühl. Kurzum, sie ist eine bemerkenswerte moderne Frau. 
Wie hast Du die Recherchen vor Ort erlebt?
Nach gründlichem Studium aller möglicher Bücher über die Renaissance – besonders hilfreich war mir die Biografie „The honest courtesan“ von Margaret F. Rosenthal – bin ich in größter Sommerhitze fünf Wochen lang durch die Gassen und Plätze Venedigs gestreift – im Blickwinkel Bauten und Hinweise aus der Zeit der Veronica. Dann fing ich an zu schreiben, las wieder viele Bücher, besuchte Museen, alle Ausstellungen über die Renaissance, die ich finden konnte und reiste erneut nach Venedig. Ich besuchte auch Verona, Mantua, Treviso und Oderzo. Im April plane ich eine Reise in die Nähe von Verona, um mir die Villa della Torre in Fumane anzusehen, in der Veronica während der Pestjahre 1575 bis 1577, ihre Exiljahre, oft Gast war.
Schon beim Schreiben, entdeckte ich den wundervollen englischen Film: „Dangerous Beauty“ mit Catherine McCormarck als Veronica. Er geht zwar ziemlich frei mit den historischen Fakten um, aber bringt nichtsdestotrotz eine herrliche Stimmung rüber. Ich habe ihn bestimmt ein Dutzendmal angesehen. 
Was ist Dein nächstes Romanprojekt?
Ich arbeite am letzten Band der Veronica Trilogie. Weitere Pläne schiebe ich noch zur Seite. Zwischendurch schreibe ich schon mal Krimi- und andere Geschichten für Anthologien. Der Stoff eines neuen Mallorca-Krimis schwirrt mir ab und zu durch den Kopf. Aber auch eine Weiterentwicklung des historischen Stoffes mit einer fiktiven Figur wäre denkbar. 
Vorerst begleite ich meine Veronica auf den Zenit ihres Erfolges. Sie wird vom König von Frankreich auserwählt und veröffentlicht ihr erstes Buch. Dann führe ich sie durch die Wirren der Pestzeit. Sie findet ihre neue Liebe. Die Verbindung gestaltet sich schwierig und setzt sie Anfeindungen aus. Schließlich muss sie sich sogar der Inquisition stellen. 
Dann bin ich sehr gespannt auf die Fortsetzung! Danke Barbara für den interessanten Blick hinter die Kulissen.
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Herrliche Satire aus den 90ern

Bekannt wurde Cybill Shephard als Partnerin von Bruce Willis durch die Privatdetektei und gleichnamige TV-Serie „Moonlighting“ (Das Model und der Schnüffler). Ich habe die amerikanische Schauspielerin und Sängerin in der Sitcom „Cybill“ wiederentdeckt und bin einfach begeistert von ihrem komödiantisches Talent. Den Golden Globe für ihre Rolle hat sie redlich verdient.
Sie spielt eine mäßig erfolgreiche Schauspielerin in den Mittvierzigern, die sich mit unbedeutenden Nebenrollen und anspruchslosen Werbespots über Wasser hält. Verständnis für ihre beruflichen und privaten Probleme findet sie bei ihrer besten Freundin Maryann Thorpe gespielt von der ebenfalls fabelhaften Christine Baranski. 
Maryann ist hauptsächlich damit beschäftigt, sich an ihren Ex-Mann Dr. Dick zu rächen und tröstet sich mit übermäßigen Konsum von Wodka-Martini. Ihre verrückten Ideen, Dr. Dick um die Ecke zu bringen, und ihre bissigen Kommentare haben meine Lachmuskeln mehrmals überstrapaziert. Der reale Alltag in Hollywood jenseits von Glanz und Glamour wird hier auf sehr amüsante Weise vermittelt.
Ein weiteres Highlight: Die jazzige Titelmelodie "Nice work if you can get it". Ein Freund von mir hat den Ohrwurm als Handy-Klingelton, den ich mir auch bald zulegen werde.
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Im Zeichen der Kunst

Morgen startet die internationale Messe für zeitgenössische Kunst "ARCOmadrid". Dieses Jahr steht Finnland als Gastland im Fokus.
Unser Kurzurlaub in Madrid vor einigen Jahren stand ebenfalls im Zeichen der Kunst. Das begann schon in unserem außergewöhnlichen Hotel „Urban“. Besitzer Jordi Clos ist nicht nur ein bekannter Hotelier, sondern auch ein Kunstsammler und Leiter einer archäologischen Gesellschaft. Clever von ihm, diese Sammlung gleich in seinem Hotel in Szene zu setzen. Die Galerie im Untergeschoss beherbergt eine Ausstellung antiker ägyptischer Kunst und die Zimmer sind mit antiker Hindu Kunst und chinesischen Stücken ausgestattet.
Im Innenhof der Hotelhalle reicht eine leuchtende Alabastersäule vom Boden bis zur Decke. Das gleiche leuchtende Material findet sich im Rezeptionstresen wieder während hinter der Bar von innen beleuchtete Globen für tolle Effekte sorgen.
Das Hotel liegt zentral zwischen der Puerta del Sol und dem Museumsdistrikt. Zu Fuß besuchten wir den Prado, das Reina Sofia und das Thyssen-Bornemisza, das mir von allen am besten gefallen hat. Bis 18. Mai läuft dort eine Cézanne-Ausstellung, die ich wahnsinnig gern sehen würde, aber wohl leider verpassen werde.
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Inspirationen im Gartencenter

Kürzlich haben wir zwei Freundinnen diese hübsch verpackte Blumendeko zum Geburtstag geschenkt. Sie stammen vom Gartencenter Kiefl in Buchendorf, wo alles sehr stilvoll präsentiert wird – von prächtigen Blumensträußen, Gartenmöbeln, Wohnaccessoires, Gewürzen bis hin zu Geschenkideen. Bei den frühlingshaften Temperaturen wird es nicht mehr lange dauern, bis wir uns mit Loungemöbeln, Sonnenschirm und Grillutensilien ausstatten.
Sehr beliebt ist das modern eingerichtete Café und Restaurant mit Bar, wo ich schon einmal meinen Geburtstag feiern durfte. Unser Freund und Geschäftsführer Wolfgang Kiefl organisiert in regelmäßigen Abständen Kochevents mit Schuhbeck oder Kabarettabende und sorgt immer für volles Haus.
Das Gartencenter hat mich zu einer Kurzgeschichte inspiriert, die ihr hier herunterladen könnt.
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Die Poesie des Reisens

Was bewegt uns Menschen dazu, für kurze Zeit unseren Alltag zu verlassen, eine Reise anzutreten und in eine andere Umgebung einzutauchen? Diese Frage habe ich mir als Reisebegeisterte natürlich oft gestellt. Da war es naheliegend, einen Philosophen und Romancier zu konsultieren, der sich in seinem Buch „Die Kunst des Reisens“ genau diesem Thema widmet. 
Er gliedert seine Gedanken in fünf Kapitel: Abreise, Reiseerwartungen, Landschaften, Kunst und Rückkehr. Dabei folgt er den Spuren prominenter Reisender und Künstler wie Alexander von Humboldt, Vincent van Gogh oder Edward Hopper. Hoppers ausdrucksstarke Bilder von vereinsamten Reisestationen wie Bars, Tankstellen und Hotelzimmer haben mich schon immer fasziniert. 
Stellenweise wurde ich an mein Studium erinnert, in dem ich mich mit Schriftstellern wie Baudelaire, Flaubert, Proust, Hugo und ihrem Fernweh beschäftigte. In meiner Magisterarbeit versuchte ich, das Bild Japans in der französischen Reiseliteratur greifbar zu machen.
Je mehr man konkrete Erwartungen zurückstellt und sich offen und mit Neugier auf die fremde Umgebung einlässt, desto bereichernder die Reise, so meine Erfahrung.
Alain de Botton betrachtet nicht nur das Reisen aus philosophischer Sicht, sondern auch andere Aspekte im Alltagsleben wie Arbeit, Liebe oder Architektur. Er gründete in London eine „School of life“, die Seminare über die Themen Literatur, Philosophie, Design und Lebenshilfe in kombinierter Form anbietet. So ein Kurs würde mich brennend interessieren.
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Online-Rendezvous

Morgen ist Valentinstag und auch dieser Tag wird mittlerweile kommerziell ganz schön ausgeschlachtet. Wem Parfum und Pralinen zu profan sind, kann seine/n Angebetete/n mit einem personalisierten Liebesroman oder einer Sternschnuppe in Form eines Meteoritensplitters überraschen. Na wenn das mal nicht ausgefallen ist...
Dabei genügt doch schon eine kleine Geste wie ein Blumenstrauß oder ein mit Liebe gekochtes Abendessen. Und im Anschluss schaut man gemeinsam eine romantische Liebeskomödie wie „E-Mail für Dich“. Ich habe den Film bestimmt schon sechs, sieben Mal angeschaut und könnte in der Schlussszene immer noch vor Rührung heulen. Gibt es ein schöneres Traumpaar als Meg Ryan alias Kathleen Kelly und Tom Hanks als Joe Fox? 
Zu meinen Lieblingsszenen zählen
– Kathleens entsetztes Gesicht, als Joe am Buffet den ganzen Kaviar abstaubt
– als Kathleen vergeblich auf ihr Blind Date wartet und sich statt dessen mit Joes sarkastischen Sprüchen abgeben muss
– Joes Krankenbesuch bei Kathleen.
Ganz nebenbei ist der Film auch eine Liebeserklärung an New York. Eine Szene spielt im Feinkostladen „Zabar‘s“ in der Upper East Side, wo ich schon mal sehr leckeren Käse gekauft habe. Das nächste Mal würde ich gern den Riverside Park sehen, wo sich Kathleen und Tom endlich in die Arme fallen.
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Sweet Suite

Eine Sauna im Hotel ist ja nichts Besonderes, aber eine eigene Sauna im Zimmer? Ganz schön dekadent, aber diesen Luxus gönnten wir uns während eines Kurzurlaubs in Izmir. Das wunderschöne Met Boutique Hotel verfügt über eine erschwingliche Suite und eine Sauna, die ich dann doch nur einmal nutzte, weil im Oktober noch sehr sommerliche Temperaturen herrschten.
Ausschlaggebend für die Wahl des Hotels war dann auch eher die tolle Lage, nah am Zentrum und am Orient Bazar und die moderne und stilvolle Einrichtung. Ich konnte mich gar nicht entscheiden, ob ich mich im Zimmer oder in der Hotellobby aufhalten sollte.
Sobald wir mit unserem Mietwagen von unseren diversen Trips zurückkehrten, begrüßte uns der Geschäftsführer schon von weitem auf seine herzliche Art, fragte uns, was wir alles unternommen hatten, und versorgte uns mit weiteren Ausflugs- und Restauranttipps. Überhaupt war ich sehr angetan von der Gastfreundschaft, die man uns überall entgegenbrachte. In einer Dönerbude auf einer Haupstraße, die ich zweimal aufsuchte, weil es uns so gut geschmeckt hatte, umarmte mich der Koch sogar vor lauter Wiedersehensfreude. Da war ich doch sehr gerührt.
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Packendes Zeitbild einer Frau

Die Geschichte von Marie Zweisam beginnt 1933 in Linz. Als 14-Jährige tritt sie eine Stelle als Dienstmädchen in einer großen Stadtvilla an und führt ein beschwerliches und einsames Leben. Die einzigen Lichtblicke für sie sind die Stunden, die sie im Bücherzimmer verbringen darf, um dem Herrn Notar aus der Zeitung vorzulesen. Durch die Lektüre weiterer Bücher stillt sie ihren Wissensdurst und kann sich im Laufe der Geschehnisse immer stärker emanzipieren.
Als sie den Bäcker Franz Janus heiratet, ist das gemeinsame Glück nur von kurzer Dauer. Sie bemüht sich eine gute Bäckers- und Ehefrau zu sein, doch die Schwiegermutter macht ihr das Leben zur Qual. Und dann überstürzen sich die politischen Ereignisse. Hitler marschiert in Linz ein, die Nazis übernehmen die Herrschaft und das Dorf St. Peter muss dem Stahlwerk Göring weichen. Ich war noch nie in Linz, konnte mir aber durch die lebendigen Schilderungen den Schauplatz sehr gut vorstellen.
Ich fühlte mich Maries Schicksal so nahe, dass ich am Ende das Gefühl hatte, sie persönlich zu kennen. Mit großer Freude stellte ich fest, dass es eine Fortsetzung des Romans gibt, die ich Euch ein andermal vorstellen möchte.
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Überraschend authentisch

Ich habe schon oft gehört, dass die chinesischen Restaurants in Deutschland nicht viel mit der echten chinesischen Küche gemein haben. Die Gerichte seien den hiesigen Geschmacksvorlieben stark angepasst. Da ich noch nie in China war, kann ich dies nicht so gut beurteilen. Aber es gibt deutliche Unterschiede zu den Lokalen in den China Towns von London oder New York, die mir authentischer erscheinen.
Gestern Abend habe ich mit einem großen Kollegenkreis zum ersten Mal das Lokal "Kam Lung" in Neuhausen besucht. Wir bestellten ein Surprise Menu für gerade einmal 20€ pro Nase - und wurden tatsächlich überrascht und zwar auf sehr angenehme Weise. Statt der üblichen Wahl zwischen scharf und süßsauer gab es dort eine erstaunliche Vielfalt an Gemüse-, Fleisch- und Fischgerichten in ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen.
Mein absoluter Favorit war eine knusprig gebackene Peking-Ente, die man mit fein geschnittenem rohen Karotten- und Lauchgemüse und einer sehr würzigen Hoisinsoße in hauchdünne Reismehlpfannkuchen einwickelt. Auch die Garnelen Shumais in einer scharfen Knoblauchsoße waren köstlich. Die Weinkarte konnte sich ebenfalls sehen lassen. 
Nach Neuhausen verschlägt es mich nur selten, aber da die Parkplatzsituation nicht ganz so katastrophal ist wie befürchtet, werde ich das Kam Lung sicher ein weiteres Mal besuchen und noch einige andere Lokale in der Umgebung erkunden. 
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Wo ist der nächste "Buy More"?

Es gibt Serien, in denen die Nebenhandlung noch witziger ist als die eigentliche Story. „Chuck“ ist so ein Beispiel. Im Mittelpunkt steht Chuck Bartowski, ein Angestellter im Elektrofachmarkt „Buy More“ in Burbank. Als er sich versehentlich Daten aus der CIA-Datenbank in sein Gehirn lädt, wird er gezwungen, ein Doppelleben als Verkäufer und Geheimagent zu führen. Dank seiner Freundin und CIA-Agentin Sarah entwickelt er sich von Staffel zu Staffel zu einem Profiagenten.
Nun kommen wir aber zu den Nebenfiguren: Allen voran das Dream-Team Jeff und Lester, die ihren Job nicht sonderlich ernst nehmen und sich viel lieber als Band „Jeffster“ verwirklichen würden. Bei ihren selbst gedrehten Video-Clips habe ich mich schlapp gelacht. Überhaupt – was sich bei Buy More für Szenen abspielen, hat Kultcharakter. 
Sehr amüsant sind auch Chucks mürrischer Partner und NSA-Agent John Casey und sein naiver, aber äußerst gut aussehender Schwager mit dem Spitznamen „Captain Awesome“. Ich frage mich, ob so mancher Sprachwitz durch die Synchronisation nicht verloren geht.
Die coolen Kampfszenen sehe ich mir als Tae Bo Fan natürlich auch gerne an. Da kann ich doch nur dazulernen. Humor, Romance und Action – für jeden Geschmack ist etwas dabei.
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Designs, die Appetit machen

So platzsparend e-Books auch sind – ab und zu leistet man sich gern mal einen richtig schönen Bildband: zum Beispiel die über 3 kg schwere dreisprachige Anthologie „Menu Design In America“. Auf knapp 400 Seiten gibt sie einen interessanten Überblick über außergewöhnliche Speisekarten-Designs und Einblick in die Geschichte der Gastronomie und der Esskultur in Amerika.
Bevor Restaurants im späten 19. Jahrhundert zum alltäglichen Leben gehörten, wurden gedruckte Speisekarten als etwas sehr Seltenes und Besonderes angesehen. Als sich immer breitere Gesellschaftsschichten ein Essen außer Haus leisten konnten, wurde das Design der Speisekarte zu einer eigenen Kunstform, zu einem wichtigen Vermarktungsinstrument und zu einem beliebten Souvenir.
Zu verdanken haben wir den wunderschönen Bildband dem Kulturanthropologen und Grafikdesign-Experten Jim Heimann, Executive Editor bei TASCHEN in Los Angeles. Er hat zahlreiche Bücher über Architektur, Popkultur und die Geschichte der amerikanischen Westküste geschrieben.
Mich haben vor allem die Speisekarten im Art-Déco-Stil begeistert und mich inspiriert, eine Menükarte für Euch zu entwerfen. Hier könnt Ihr die Vorlage herunterladen, ausdrucken und beschriften.
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Crew im Retro-Chic

Vier adrette Stewardessen und zwei Piloten jetten in den sechziger Jahren von New York aus durch die Welt und entführen uns in spannende und romantische Abenteuer. Klingt nach einer Seifenoper oder? Wäre da nicht die tolle Kulisse und die sympathischen Schauspieler, die der Serie „Pan Am“ das gewisse Etwas verleihen.
Dank der gelungenen originalgetreuen Nachstellung von 1963 fühlt man sich in die große Zeit der legendären Airline und in die damals glamouröse Welt der Flugreisen und Stewardessen hineinversetzt. Das Sixties-Ambiente mit der unverwechselbaren Mode, den knalligen Farben und dem Retro-Design machen einfach gute Laune. Da drückt man gern ein Auge zu, wenn die Handlung nicht allzu tiefgründig ist.
Die ehrgeizige Maggie, die konservative Laura, die mutige Kate und die charmante Colette bilden ein rundes Ensemble. Ungefähr so muss ich mir vielleicht den Arbeitsalltag meiner Mutter vorstellen. Sie arbeitete eine Zeit lang beim Bodenpersonal der Airline Cathay Pacific und arrangierte Empfänge und Fotoshootings für prominenten VIPs.
Wer Lust auf eine Prise Humor, Ästhetik und leichtfüßiges Entertainment verspürt, ist mit der Serie, die nach einer Staffel nicht mehr fortgesetzt wurde, gut bedient.
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Wellness meets Architecture

Wellness-Hotels erfreuen sich großer Beliebtheit und die Architekten lassen sich da einiges einfallen. Ein ganz besonders Ambiente bieten die Therme Vals, die von Peter Zumthor entworfen wurden und sich auf einer sehr ästhetischen Website präsentieren. Dank meiner Schwester, die mir einen Hotelgutschein zum Geburtstag schenkte, konnten wir dort vor einigen Jahren ein außergewöhnliches Wochenende verbringen.
Vals ist der letzte Ort im Tal und liegt inmitten von schroffen Felsformationen. Seit 1877 führt eine Kunststrasse von Illanz nach Vals. Davor waren die Valser stark nach Süden orientiert und transportierten über den Pass des Valserberges Waren bis nach Mailand.
„Berg, Stein, Wasser – Bauen im Stein, Bauen mit Stein, in den Berg hineinbauen, aus dem Berg herausbauen, im Berg drinnen sein.“ Diese Gedanken standen laut Zumthor beim Entwurf des Bauwerks im Vordergrund. Ihm schwebten zunächst riesige, ausgehöhlte Steinblöcke vor. In vielen Arbeitsschritten wurden schließlich dünne Steinplatten in drei unterschiedlichen Höhen aufgeschichtet, die das gesamte Thermalbad von unten nach oben durchziehen.
Es ist schon ein besonderes Erlebnis, die Lichtspiele in den dunklen Gewölben zu beobachten, ins Thermalbad im Freien einzutauchen und seinen Blick über die gegenüberliegenden steilen Berghänge schweifen zu lassen. Zwischen den Saunagängen gönnten wir uns zum ersten Mal im Leben eine sehr angenehme Gesichtsmassage.
Abends saßen wir in der Blauen Halle und lauschten den Klängen eines Pianisten. Kultur wird in diesem Hotel groß geschrieben und so präsentiert sich jeden Monat ein neuer Künstler.